Die Theatergruppe “Rimini Protokoll” führt Mitte Mai dreimal ihr Stück “Best before” im Berliner HAU-Theater auf. Der Clou ist, dass die Zuschauer in die Aufführung eingebunden werden:
“Jeder der 200 Zuschauer ist ausgestattet mit einem Controller und beginnt, einen von 200 Avataren fernzusteuern. 200 Zuschauer fällen so aus der Anonymität des Zuschauerraums heraus Entscheidungen, die auf der Bühne von einem Politiker, einer Verkehrslotsin, einem Spieltester und einer Programmiererin flankiert werden” heißt es auf der Rimini Website.
“Risiken erkennen. Chancen nutzen“ – das Thema der Podiumsdiskussion auf der Munich Gaming am 24. März 2010 im Deutschen Museum München. Mit dabei auch die Initiative Creative Gaming. Gerade vor dem Hintergrund der anstehenden Abstimmung der Länder zum Staatsvertrag über den Jugendmedienschutz ging es in der Debatte auch darum, wie viel mehr Regeln und Grenzen durch Gesetze gegeben werden müssen, um Jugendliche vor den Gefahren der Onlinewelt zu schützen.
Es klingt wunderbar einfach, Killerspiele und Onlineforen einfach komplett zu verbieten. Aber warum will man spielende Kinder und Jugendliche kriminalisieren? Denn spielen werden sie sicher – auch wenn es verboten ist.
„Wenn wir wollen, dass Heranwachsende an gesellschaftlicher Kommunikation teilhaben können, dann sollten wir es uns zu Aufgabe machen, ihnen die Kompetenzen zu vermitteln, damit sie verantwortungsvoll damit umgehen können, anstatt unrealistische Verbote auszusprechen“, fordert Tina Ziegler, Mitbegründerin der Initiative Creative Gaming.
Die Initiative Creative Gaming bietet seit mehr als zwei Jahren in ihren Workshops konkrete Handlungsmöglichkeiten für Schüler, Lehrer, Eltern und Multiplikatoren zu einer schöpferischen und kritischen Auseinandersetzung mit Computerspielen. Medienkompetenz als Unterrichtsfach und eine umfassende, bundesweite Medienkompetenzbildung für Multiplikatoren, Eltern und Pädagogen ist längst überfällig, so Ziegler.
In vielen Workshops und Fortbildungen hat die Initiative Creative Gaming bisher den Mission Maker eingesetzt. Eine Software mit der ein Computerspiel schnell umgesetzt werden kann. Entwickelt und getestet wurde das Programm in England. Hier wird es u.a. im Englischunterricht eingesetzt. Man folgt der These: “Shakespeare würde heute keine Bücher mehr schreiben, sondern seine Geschichten in Computerspielen erzählen.”
Die Videodokumentation zu den Projekten und Einsatzmöglichkeiten findet sich hier:
Blog: GamesCom10: Das größte Messe- und Event-Highlight für interaktive Spiele und Unterhaltung, die GamesCom in K... http://bit.ly/bJ6nYj | 2 days ago