
Das größte Messe- und Event-Highlight für interaktive Spiele und Unterhaltung, die GamesCom in Köln, ist letzte Woche zuende gegangen. 254.000 Besucher wanderten durch 4 Hallen, bestaunten die vielen Stände und erlebten 200 Welt-, Europa- und Deutschlandpremieren.
Unter dem Motto “Games & Movies” blieb dabei auch unser Stand nicht unentdeckt, da er direkt zwischen Microsoft’s Kinect, THQ und der großen GamesCom Bühne, inmitten der “Pädagogischen Insel” mit Gamedesign-Schulen und Kreativangeboten angesiedelt war. Visuell hat unser Standvater, die bpb- Bundeszentrale für politische Bildung, den Stand komplett erneuert, so dass wir mit roten Holz-Sprechblasen und nach Pause rufenden Sitz-Tetrisblöcken aufwarten konnten.



Als sich am Mittwoch die Pforten für die Allgemeinheit öffneten, ging es wesentlich turbulenter zu als noch am Presse- und Fachbesuchertag davor: Bei EIGHT++, in welchem man seine eigenen Figuren und Gegner zeichnete und dem bpb-Quiz, bei dem es u.a. das Politik & Strategie Spiel “Genius – Im Zentrum der Macht” zu gewinnen gab, wurden wir regelrecht überflutet. Dennoch gab es auch die ruhigeren Momente, in denen man sich einfach nur beim Schauen von Machinimas entspannte oder eigene Gamer-Buttons bei den freundlichen spielbar.de Kollegen erstellte.
Dazwischen probierten sich viele am ersten eigenen Filmdreh in Sims2 aus. Nachdem wir einige der raren SimsKristall-Haarreifen ergatterten, ging es an den 4 Rechnern in der Tat sehr lustig zu: Ältere entsinnten sich an ein schonmal gespieltes Spiel und waren von den leicht verfügbaren Kamera-Werkzeugen überrascht; Jüngere konzentrierten sich auf das reine Erzählen von Geschichten und erfanden den alltäglichen Wahnsinn im Leben der Sims-Familien. Da bekommt ein (Michael Ballack ähnlicher) Sim einen Heiratsantrag und der Tod wird im Hütchenspiel überlistet.
Beim stündlichen Wechsel zwischen den Sims und Garrys Mod haben wir wohl ein wenig falsch geschätzt – 10 Minuten Videodreh reichte den meisten Neu-Regisseuren aus, um die dann schon fertigen kleinen Meisterwerke stolz zu präsentieren. Die 35 vor Ort entstandenen Filme kann man auf unserem neuen YouTube-Kanal sehen und weiterzeigen ..oder vielleicht sogar auf dem Bundeswettbewerb für Video und Animation des KJF – Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland einreichen? Wenn ihr nun noch zuhause euer Können verfeinern wollt, aber keines der Infoblätter abbekommen habt: Keine Sorge. HIER steht es noch zum Download bereit.
Wir freuen uns auf das nächste Mal, wenn wir einer solchen Masse an sich kreativ austobenden Menschen gegenüberstehen! Vielleicht ja schon in eurer Schule oder auf dem im Dezember stattfindenden play10 Festival in Potsdam.
Platzregen und herbstliche Temperaturen bei der Sommer-Uni in Flensburg – perfektes Wetter, um innerhalb von drei Tagen die kreativen Potenziale von Computerspielen kennenzulernen und auszutesten.
Unter dem Motto “Medien machen Schule” fand vom 16. bis 18. August die erste Sommer-Uni des Bereichs Medienpädagogik an der Universität Flensburg statt. Im Workshop Creative Gaming wurden die Teilnehmenden – Lehramtsstdierende unterschiedlicher Fachbereiche – mit den kreativen Möglichkeiten von Computerspielen vertraut gemacht. Nach einer kurzen theoretischen Einführung stand am ersten Workshoptag das Spielen im Vordergrund. Abgerundet wurde der Tag mit einer vernetzten Tanzperformance im Ego-Shooter Urban Terror. Am zweiten Workshoptag stand das Filmemachen mit Computerspielen im Mittelpunkt und die Teilnehmenden produzierten eigene Filmszenen mit den Sims 2. Nach der Präsentation der Filmergebnisse mit Live-Synchronisation, wurden am Nachmittag in Gary’s Mod eigene Seifenkisten gebaut, die schließlich in einem Rennen gegeneinander angetreten sind. Am dritten Tag lernten die Teilnehmenden den 3D-Spieleeditor Mission Maker kennen, mit dem sie eigene Spielideen umsetzen konnten. Abschließend wurden mit dem analogen SpielSpiel eigene Spielkonzepte entwickelt. Schönste Idee: ein Wettlauf im Grimmschen Märchenwald, entworfen als Familienspiel für die Wii. Die Teilnehmenden zogen nach drei Tagen Creative Gaming das Fazit, dass Computerspiele unterschiedliche Möglichkeiten aufweisen, um sie im Unterricht einzusetzen- angefangen von der Filmproduktion im Kunstunterricht bis hin zur Game Design Projektwoche.
In der Abschlussveranstaltung konnten die Teilnehmenden einige Ergebnisse präsentieren und zudem sehen, was die anderen Workshops an den drei Tagen produziert haben.
Die Initiative freut sich auf die nächste Sommer-Uni!

Unter dem Motto “Mache mehr mit Spielen!” ist die Initative Creative Gaming auf der größten Messe für interaktive Spiele und Unterhaltung vertreten. Vom 18. – 22. 8. 2010 können Besucher am Stand B049, Halle 08.1, folgende drei Bereiche für sich entdecken und aktiv eingreifen:
Werkstatt
In der Machinima-Werkstatt könnt ihr mit Computerspielen Filme machen. Im Team lasst Ihr die Puppen tanzen oder kreiert anschließend in der ab-18-Sandbox wahnwitzige Rennmaschinen. Alle Produktionen werden am Abend öffentlich vorgeführt und die Flitzer gegeneinander in ein Rennen geschickt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Der Einstieg in die Renn- oder Machinima-Werkstatt ist abwechselnd immer zur vollen Stunde möglich.
Machinima-Screen
Gute, witzige und beeindruckende Machinimas werden laufend am Stand präsentiert. Was passiert in der Machinima-Szene weltweit und was in Deutschland? Was ist kreativ mit welchen Computerspielen machbar?
Spiel: EIGHT+
Im Creative Gaming-Labor beim Festival play09 entstanden: Ein Spiel zum kreativ werden und zum gemeinsamen gegeneinander spielen. EIGHT+ ist von Medienkünstlern aus Potsdam, Köln und München entwickelt worden und wird am Stand zum spielen bereit stehen.
Der Stand (hier zu finden) ist eine Gemeinschaftsaktion der bpb- Bundeszentrale für politische Bildung, KJF – Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland und der Initiative Creative Gaming.
Ein mobiles Stück fürs Klassenzimmer ist die Geschichte einer Actionheldin aus einem Computergame.
Durch ein technisches Problem ist sie aus ihrem Spiel gefallen und in der Realität gelandet. Sie ist verunsichert: was geht hier ab? Und vor allem – wie geht’s hier weiter? Ihre üblichen Strategien wie «Kämpfen» oder «Durch-die-Wand-gehen» nützen ihr wenig. Was muss man können, wenn man hier, im «Real Life» mitspielen will?!
Die Kinder sind als Lernexperten aufgefordert, Sara zu helfen und sie fürs richtige Leben upzudaten.
Eine schöne und unterhaltsame Möglichkeit sich mit dem Thema Computerspiele zu beschäftigen.
http://www.saratannen.ch

Bei der 2. Jahrestagung zum Schulversuch “Schulische Medienbildung in Mecklenburg Vorpommern” stellten Christiane Schwinge und Andreas Hedrich die Möglichkeiten vor mit Computerspielen kreativ zu werden. Passend zu Garrys Mod, hier laufen die Bearbeiter der Objekte im Kittel durchs Spiel, fand der Workshop für Lehrer/innen und Multiplikator/innen in einem Chemie-Fachlabor statt.
Im Rahmen des Schulversuchs geht es um die Implementierung von Medienarbeit in den schulischen Alltag. Die Teilnehmer/innen des “Creative-Gaming” Workshops konnten sich über die Möglichkeiten des Einsatzes von Computerspielen informieren und kreierten auch selbst mit Hilfe des Spiel-Spiel eigene Spielideen (u.a. ein Planzenspiel mit dem Titel “Fleisch”).
Artikel in der Familienbeilage des Hamburger Abendblatt 01/07/2010

Hamburger Abendblatt am 1.7.2010
Lutz Wendler beleuchtet in dem Artikel wie die Intiative Creative Gaming Eltern, Kinder und Lehrer im virtuellen Raum zusammenbringt. Dabei stellt er fest, dass der weg der Initiative konstruktiver sei, als über Verbote und Strafen zu diskutieren. Der Dialog über die verschiedenen Positionen ist wichtig!
Regeln brechen und neue Seiten der Computerspiele kennen zu lernen ermöglicht es den Eltern und Lehrer/innen auch ein Stück der Faszination von Computerspielen zu begreifen.
Artikel als PDF

Die Teilnehmer/innen bei der Produktion ihres eigenen Computerspiels
Im ersten Teil einer zweitägigen Workshopreihe für Pädagogen und Spielinteressierte aus Schleswig-Holstein ging es schwerpunktmäßig um das Thema Game Design. 11 Teilnehmer/innen testeten die Möglichgkeiten aus, mit Computerspielen kreativ umzugehen und eigene Spiele zu gestalten. Neben der Arbeit mit dem 3D-Spieleeditor Mission Maker gab es einen kurzen Einblick in Kodu. Am Ende wurden mit dem analogen SpielSpiel eine Bandbreite an neuen und fantasievollen Spielideen entwickelt- angefangen von einem Heavy-Metal Spiel mit Minnesängern, über ein mit Peitsche gesteuertes Design-Spiel bis hin zu einem intergenerativen Onlinespiel.
Im Fokus stand vor allem die Frage danach, wie die Teilnehmer/innen den pädagogischen Ansatz von Creative Gaming in ihre Arbeit integrieren können. Die meisten waren sich abschließend einig, dass Creative Gaming-Elemente für ihre medienpädagogische Praxis gut nutzbar sind.
Im Juni findet mit einer Machinima-Fortbildung der zweite Teil der Workshopreihe statt.

letztes Feilen am fast fertigen Film
Ehebruch, Messietum und Verletzung der Fürsorgepflicht: Das waren die Themen, mit denen sich die Teilnehmer eines Machinima -Workshops in Cottbus beschäftigten. Am 29. und 30. April fand an der Fachhochschule Lausitz ein Kompaktworkshop Creative Gaming statt. Zwölf Studenten, die im 3. Semester soziale Arbeit studieren entwickelten im Rahmen eines Machinima -Workshops innerhalb von anderthalb Tagen eigene Filmideen, die sich alle mit dem Themenkomplex „Soziale Arbeit“ befassten. Am Freitagabend fand in einer Abschlussrunde die Präsentation der fertigen Filme statt – live synchronisiert von den Studenten.
Hier zeigte sich, wie sehr auch visuell gelungene Filme durch gute Dialoge gewinnen. Insgesamt standen beim gemeinsamen Filmgucken aber vor allem der Spaß und die Freude an den selbst entwickelten Werken im Vordergrund.
Weiterlesen ‘Workshop an der Fachhochschule Lausitz’
Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat mit dem Titel ‘Umstritten und umworben: Computerspiele – eine Herausforderung für die Gesellschaft‘ den zweiten Band ihrer Schriftenreihe mit dem VISTAS Verlag veröffentlicht.
Ziel der Herausgeber und Autoren ist es, ‘einen reflektierten Umgang mit dem vielschichtigen Thema der digitalen Spiele möglich zu machen. Denn Computerspiele sind – wie der Titel des Bandes schon andeutet – umstritten und umworben. Und: eine Herausforderung für die ganze Gesellschaft,’ so der Vorsitzende der KJM, Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, in seinem Vorwort.
Zur wachsenden ökonomischen Bedeutung der Computerspiel-Branche kommt ihr in unserem Kulturkonzept ein hoher Stellenwert zu: Computerspiele werden heute als Kulturgut definiert und besonders intensiv von Kindern und Jugendlichen genutzt- da sind die Belange des Jugendmedienschutzes und der Medienpädagogik berührt sowie die Positionen der Politik und der Games-Anbieter gefragt. Im aktuellen Band informieren namhafte Vertreter dieser Bereiche über den derzeitigen Stand der Diskussion.
Die KJM sorgt für die Umsetzung des in seiner neusten Version in Kritik geratenen Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV). Sie dient dabei der jeweils zuständigen Landesmedienanstalt als Organ bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Die KJM prüft, ob Verstöße gegen den JMStV vorliegen und entscheidet über die Maßnahmen gegen den Medienanbieter. Vollzogen werden diese Maßnahmen von den Landesmedienanstalten.
Am 8. April 2010 fand in Hamburg der Medienkompetenztag der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein statt. In 8 Stunden wurden auf den Podien unterschiedliche Themen angesprochen. Zentral waren die Vorstellungen der Initiativen und Projekte aus Hamburg.
Besonderes Augenmerk lag auf der Präsentation von Creative Gaming. Am Stand der Inititaive wurden die Inhalte und Ziele der Projekte und Workshops vorgestellt. Viele neue Kontakte und interessante Gespräche waren das Ergebnis.
Die Hamburger Kultursenatorin Karin von Welck wies in Ihrer Eröffnung auf die Bedeutung von Creative Gaming hin:
“[...] Und weil wir die Dinge eben nicht einfach verbieten können oder auch wollen, müssen wir vorausschauend und vorsorglich damit umgehen. Wir brauchen Alternativen, eben Medienkompetenzförderung. Statt Ballerspielen also z.B. das creative gaming. Nur so können wir verhindern, dass es bei uns eine Zweiklassengesellschaf im Bereich des Wissens und der Information entsteht.”
Die ganze Eröffnungsansprache hier als pdf.